Probenfotos: © Walter Vorjohann
KOOPERATION
Ensemble Modern & CocoonDance company
HAUCH #2 (2021/23)
Musik für Tanz. Eine musikalische Collage von Rebecca Saunders in einer Choreografie von Rafaële Giovanola
Uraufführung: 18.02.2024, Frankfurt LAB
28.2.2024, Elbphilharmonie Hamburg
Ensemble Modern : Eva Böcker, Paul Cannon, David Haller, Christian Hommel, Megumi Kasakawa, Giorgos Panagiotidis, Sava Stoianov, Ueli Wiget
Choreographie: Rafaële Giovanola in Zusammenarbeit mit Martina De Dominicis, Léonce Noah Konan, Colas Lucot, Bojana Mitrovic, Nora Monsecour • Lichtdesign: Matthias Rieker • Sounddesign: Norbert Ommer • Dramaturgie: Rainald Endraß • Kostüme: Fa-Hsuan Chen • Outside Eye: Álvaro Esteban • Produktionsleitung:
Marcus Bomski • Administration: Till Skoruppa
Über HAUCH#2
HAUCH#2 ist eine Collage für Musik und Tanz. Passagen und Fragmente von bestehenden Solostücken und einem Duo werden hier zu etwas Neuem. Rebecca Saunders interessiert sich dabei für die Spannungen, die entstehen, wenn die »Selbstgespräche« der Soli in einem geteilten Raum aufeinandertreffen, sich überlagern und verweben. So entsteht ein Klangteppich, auf dem sich an diesem Abend die Tänzer*innen in einer Choreografie von Rafaële Giovanola bewegen. Diese rückt die verbindende Körperlichkeit der beiden künstlerischen Ausdrucksformen ins Zentrum.
Musik und Tanz treten in der Performance von ›Hauch #2‹ in einen körperhaften Dialog mit bereits existierenden Modulen. Das Material, das Komponistin und Choreografin mitbringen, ist zwar in absoluter Unabhängigkeit voneinander entstanden, wird aber in einem gemeinsamen Entwicklungsprozess neu kombiniert, um aus der Begegnung heraus neuartige Perspektiven zu eröffnen. Gerade die Spannung von ästhetischer Eigenständigkeit und künstlerisch-em Dialog macht den besonderen Reiz dieses Projekts aus.
HAUCH#2, ist die zweite Zusammenarbeit mit dem Ensemble Modern nach der begeistert aufgenommenen Uraufführung von HARD BOILED VARIATIONS von Arnulf Herrmann im Jahr 2022. Mit der Ausnahmekomponistin Rebecca Saunders arbeitet das Ensemble Modern bereits seit mehreren Jahren intensiv zusammen. HAUCH#2 ist von Anfang an als polyphone Rauminstallation konzipiert, in der musikalische und choreografische Module in einen Dialog miteinander treten und ein gemeinsames dynamisches Netzwerk bilden.
Darüber hinaus gibt es entscheidende Gemeinsamkeiten in der Arbeitsweise von Rebecca Saunders, Rafaële Giovanola und dem Ensemble von CocoonDance ebenso ganz grundsätzliche in der Auffassung von künstlerischer Produktion zwischen CocoonDance und dem Ensemble Modern, einem der weltweit bekanntesten und führenden Ensembles für zeitgenössische Musik. Gegründet 1980 in Köln mit Sitz in Frankfurt am Main, bestimmen derzeit 18 Solisten die Aktivitäten des demokratisch organisierten Ensembles und entscheiden über künstlerische Projekte, Mitwirkende und mehr.
Pressestimmen
„Die Interaktion verleiht dem halben Dutzend Saunders-Stücken enormen optischen Reiz, der Tanz vertieft deren Wahrnehmung, löst, ohne zu erzählen, Stimmungen aus.“ (Eva-Maria Magel, Frankfurter Allgemeine Rhein-Main-Zeitung/ FAZ.NET, Abruf: 19.02.2024)
„Selten lässt sich Tanz so auf die Musik ein, oft wird Letztere doch dazu verwendet, dem Tanz mit Stimmung und Rhythmus unter die Arme zu greifen. Hier aber war es, als verlören sich beide in einem Sinnieren und Ausprobieren, beide Künste dabei ganz heutig und einander respektierend.“ (Sylvia Staude, Frankfurter Rundschau, Abruf: 20.02.2024)
„Die Kooperation der Cocoondance Company mit dem Ensemble Modern ist von einer sanften Radikalität. Musik- und Tanzensemble versuchen in ihrer jeweils eigenen Sprache miteinander in einen Dialog zu treten. Das ist nicht so einfach, denn die kammermusikalische Collage " Hauch #2 - Musik für Tanz" der britischen Komponistin Rebecca Saunders hat es in sich. … Die Musik orientiert sich nicht an einer traditionellen Melodiestimme, sondern basiert auf von der Komponistin exakt vermessenen, von den Musikerinnen und Musikern interpretierten Modulen, die für die Zuhörerschaft eine Herausforderung darstellen. … Die Musik wird auf diese Weise eher körperlich erfahrbar. Und das mitunter auch schmerzhaft. Da hilft es, dass die in Hosen und zarte Blusen kostümierten fünf Tänzerinnen und Tänzer in der Choreografie von Rafaele Giovanola durchweg sanfte, fließende Bewegungen ausführen. Sie bilden einen Kontrast zur nervösen, oft irritierend fragmentarischen Musik. Mal bewegen sie sich organisch über den Boden. Dann wieder vollführen sie fast soldatische, roboterartige Bewegungen im Stand. Die Tanzenden nehmen die Schwingungen der Musik auf und lassen sie organisch durch ihre Körper strömen - wie einen Hauch. Und wenn am Ende die Musizierenden mit einem Stab sanft über den Rand mehrerer Gefäße streifen, ist der Abend dann doch noch bei der Zartheit angekommen.“ (Annette Stiekele, Hamburger Abendblatt, 01.03.2024)
„Perfektes Match: Rafaële Giovanolas Company trifft im ausverkauften Kleinen Saal auf die Musik von Rebecca Saunders [Titel]
Vom Endenicher Theater im Ballsaal, wo die Cocoon-Dance Company seit ihrer Gründung vor mehr als zwei Jahrzehnten zu Hause ist, zur Hamburger Elbphilharmonie ist es schon ein ziemlicher Sprung. Dass die Bonner jetzt im kleinen Saal des spektakulären Konzerthauses mit "Hauch#2" ein neues Stück vor ausverkaufter Kulisse präsentieren konnten, ist umso bemerkenswerter. In gewisser Weise ist dieser Erfolg auch das Ergebnis einer glücklichen und exklusiven Zusammenarbeit, die sich zwischen der in Berlin lebenden britischen Komponistin Rebecca Saunders, der Bonner Company und dem Frankfurter Ensemble Modern ergeben hatte. … Dass sie in Arbeitsweise und Kunstanschauung durchaus verwandte Wesen sind, zeigte sich in der Elbphilharmonie auf beeindruckende Weise. Das Experiment, Musik und Bewegung zu einer Einheit zu verschmelzen, Musiker wie Tänzer als gleichberechtigte Protagonisten auftreten zu lassen, ging an diesem Abend sehr schön auf. … Dass die Vorgehensweisen verwandt sind, war denn auch in jeder Phase von "Hauch#2" zu spüren. In Hamburg wie auch schon zuvor in Frankfurt, wo das Stück am 18. Februar seine Premiere gefeiert hatte, zeigte sich, dass "Faust"-Preisträgerin Giovanola und ihre CocoonDance Company längst zu einem überregional ausstrahlenden Aushängeschild der Bonner Kulturszene geworden sind. (Bernhard Hartmann, Bonner General-Anzeiger, 02.03.2024)